Ich bin gern jemand anders. Wenn ich der Maria in der Küche helfe, bin ich der Mariahelfer. Ich war auch schon ein Arbeitsmann,da hab ich in der Werkstatt Nägel eingehämmert. Und wenn der Jens eine Glühbirne wechselt und Markus, ich und die andern ihm dabei helfen, sind wir alle Jense. Wenn ich im Sandkasten bin und die Riesenschaufel benutze, bin ich ein Bauarbeiter. Mit dem rosa Kleid war ich ein Mädchen. Beim Papierschöpfen wollt ich nicht in das Papierbrei-Wasser fassen, aber mit dem Nudelholz das Wasser aus dem Papier pressen, das fetzt. Da war ich also der Walzer. Neulich war ich sogar mal Pförtner, Schaffner, Lokführer und Eisverkäufer gleichzeitig, da hab ich nämlich die Parkeisenbahn betrieben und Fahrgäste befördert. Natürlich nur bis zum Eisladen, dort musste ich Kaktuseis und eine Kugel Frau Nille (oder wie das heisst), verkaufen. Und dann weiterfahren bis zum Spielplatz. Da konnten die Kinder dann rumschaukeln und ich hab mit dem Zug gewartet. Oft bin ich Mama, Papa und Kind, manchmal sogar alle gleichzeitig. Oder Feuerwehrmann Sam, der ist ja ganz wichtig und wir haben gestern mal getestet, wie lange er braucht, wenn bei uns mal die Nähmaschine brennt. Naja, schnell ist anders, er hätte sein Auto nicht schieben sollen.
Es macht mir Spass, eben mal jemand anders zu sein. Ausprobieren, wie sich verschiedene Rollen anfühlen. Die meiste Zeit bin ich aber einfach ein Menschenkind. Das gefällt mir am besten.